Milliardäre verzocken unsere Zukunft – die Geschichte zeigt: Wir können uns wehren

Shownotes

In dieser Kolumne geht es um die Frage, wie wir Vielen der Herrschaft der Wenigen etwas entgegensetzen können. Darum, wie wir unsere Demokratie erhalten und uns gegen die autokratischen Bestrebungen von Überreichen verteidigen. Diesmal: wieso für Milliardäre wichtiger ist, ein Spiel zu gewinnen als sich für die Menschheit zu engagieren.

Diesen Beitrag liest eine erfundene Stimme vor, geschrieben hat ihn Sebastian Klein.

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00:00:00: In

00:00:17: dieser Kolumne geht es um die Frage, wie wir vielen der Herrschaft der Wenigen etwas entgegensetzen können.

00:00:23: Darum – wie wir unsere Demokratie erhalten und uns gegen die autokratischen Bestrebungen von Überreichen verteidigen!

00:00:30: Diesmal Wieso für Milliardäre wichtiger ist, ein Spiel zu gewinnen als sich für die Menschheit zu engagieren?

00:00:42: Milliardere verzocken unsere Zukunft.

00:00:44: Die Geschichte zeigt wir können uns wehren.

00:00:47: von Sebastian Klein und Svenja Behrens

00:00:50: I think that AI will probably most likely sort of lead to the end of world but in meantime there'll be great companies created Sam Altman.

00:01:00: Reichtum macht unsozial und gierig.

00:01:03: Das ist nicht etwa eine persönliche Wertung, sondern das Ergebnis des berühmt gewordenen Monopoly-Experiments.

00:01:10: Zwei Tausend Dreizehn hat der Sozialpsychologe Paul Piff probant Innen zu zweit Monopoly spielen lassen.

00:01:17: Die Spielregeln waren dabei so angepasst dass die Spielerinnen extrem ungleiche Bedingungen vorfanden.

00:01:23: Eine Person bekam doppelt so viel Startkapital wie die andere, erhielt beim Gehen über Los doppelt zu viel Geld und durfte mit beiden Würfeln würfeln während die andere Person nur einen benutzen durfte.

00:01:36: Mit einem Wort In Piffs Monopoly spielte Arm gegen Reich.

00:01:41: Für die ungleiche Verteilung gab es keine übergeordneten Gründe.

00:01:45: sie erfolgte rein zufällig Und das war auch allen Spielerinnen bewusst.

00:01:49: Während die privilegierten Spielerinnen anfangs noch Mitgefühl mit ihren armen Mitspieler-Innen zeigten, begannen sie schon bald sich immer unsozialer zu verhalten.

00:01:58: Sie legten dominantes Gehabe am Tag, waren aggressiv und freuten sich lautstark über ihre Gewinne.

00:02:05: Das beeindruckendste dabei?

00:02:07: In den anschließenden Interviews führten die Spielerinnen ihre Überlegenheit nicht etwa auf ihre deutlich besseren Startbedingungen zurück sondern auf ihre Leistung!

00:02:16: Sie schienen einfach vergessen zu haben, dass bei dem unfairen Spiel-Setup die anderen kaum eine Chance hatten zu gewinnen.

00:02:23: Piff leitete daraus ab das mit zunehmendem Reichtum die Fähigkeit Mitgefühl mit anderen zu empfinden abnimmt und wenn man sich das Zitat des Open AI Chefs Sam Altman oben ansieht dann kann man kaum anders als ihm zuzustimmen.

00:02:41: Was geht im Kopf eines Milliardaires vor?

00:02:44: Es ist schwierig, sich als normalsterblicher Mensch in den Kopf eines Milliardärs hineinzudenken.

00:02:50: Noch schwieriger ist es, sich in den Kopf eines Milliards hineinzuversetzen der es wichtiger findet weitere Milliarden an zu häufen als ich für die Zukunft der Menschheit zu interessieren.

00:03:01: Natürlich ist Ordnance Aussage vor allem Selbstvermarktung – schließlich ist er einer derjenigen, die genau diese Technologie verwalten, Damit ist er bei Leibe nicht der erste Milliardär, der sich quasi mit Gott vergleicht.

00:03:19: Erst kürzlich hat Donald Trump seine eigene Wählerschaft mit einem KI-generierten Bild irritiert das ihn als Jesus darstellte und auch WeWork Gründer Adam Neumann inszenierte sich gerne als eine Art Messias und sein schnödes Immobilienimperium als die Menschheit transzendierendes spirituelles Projekt.

00:03:38: All das verwundert kaum, wenn man sich ansieht wie bereits eine einzige Partie Monopoly zu einem Größenwahn führen kann der die eigenen Privilegien vergessen lässt.

00:03:50: Für diese Milliardäre ist ihr gesamtes Leben ein solches Spiel und sie scheinen sich schlicht nicht darum zu scheren dass ihre Spielzüge durch andere bezahlt werden.

00:04:00: Die Kehrseite extremen Reichtums ist nämlich extreme Armut.

00:04:04: Der Siegeszug der Milliardären zerstört unsere Lebensgrundlage unsere Demokratie und langfristig auch unsere Volkswirtschaften.

00:04:14: Milliardäre leben in ihrem eigenen Universum, es gibt auch andere Studien die nahelegen das extrem reiche Menschen ihre Fähigkeit zur Empathie verlieren.

00:04:25: Ihre Spiegelneuronen, die die Grundlage für emotionale und soziale Fähigkeiten bilden reagieren schwächer als bei anderen Menschen.

00:04:33: Das führt dazu dass das Bild eines verhungernden Babys nicht dieselbe empathische Spiegelreaktion auslöst, wie bei anderen Menschen.

00:04:43: So Douglas Rushkoff – Professor für Medientheorie und digitale Wirtschaft in New York.

00:04:49: Milliardäre leben in ihrer eigenen Welt und haben in der Regel kaum Kontakt zur Lebensrealität der übrigen ninety-neunzig Komma neunneunneuenneun Prozent.

00:04:58: Sie brauchen ihre sozialen Fähigkeiten schlicht nicht weil sie von Ja-Saga Innen umgeben sind die wirtschaftlich von ihnen abhängig oder sich einen Vorteil davon versprechen, alles für Ihren Milliardär zu tun.

00:05:11: Stell dir vor du ärztest stets Applaus – ganz egal was Du machst!

00:05:16: Es gibt keine Konflikte, keine Kritik, keine Konsequenzen.

00:05:20: Wenn Du das Haus verlässt dann bringt Dich immer jemand direkt dahin wo Du hin willst Kein Warten, keine nervigen Mitmenschen.

00:05:27: Du gehst nie in den Supermarkt oder an öffentlichen Orten spazieren.

00:05:31: Wenn Du einen Arzt brauchst Dann kommt er zu Dir.

00:05:35: Egal welches Problem Du hast Du kannst es immer mit Geldbeträgen lösen, die für die Größe deines Vermögens völlig unerheblich sind.

00:05:43: Spielgeld eben!

00:05:46: Die Demokratie hat sich schon einmal gegen Räuberbarone gewährt.

00:05:51: Wer denkt das Typen wie Elon Musk, Jeff Bezos und Sam Altman ein gänzlich neues Phänomen wären?

00:05:58: Irrt.

00:05:59: In den USA gab es schon Ende des neunzehnten Jahrhunderts ein paar extrem reiche Männer, die durch aggressive Wirtschaftspraktiken und Monopolbildung sehr reich geworden waren.

00:06:08: Die Demokratie wusste sich gegen diese sogenannten Robber Barons zu wehren.

00:06:12: Mit dem Sherman Anti-Trust Act von achtzehnhundertneunzig wurden Monopole, Kartelle und künstliche Handelsbeschränkungen für illegal erklärt.

00:06:21: Das Gesetz bildete die juristische Basis für die spätere Zerschlagung vieler Wirtschaftsimperien.

00:06:27: So wurde neunzehnthundertelf Standard Oil zerschlagen – die Quelle des Reichtums der Rockefeller Dynastie.

00:06:33: Im Ersten Weltkrieg wurde dann eine progressive Besteuerung sehr hoher Einkommen Kriegsgewinne und Erbschaften eingeführt.

00:06:41: Vor dem Krieg lag der Spitzensteuersatz bei sieben Prozent, danach bei siebundsiebzig Prozent für Einkommen von über einer Million Dollar.

00:06:49: Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Spitzenteursatz sogar bis auf vierundneunzig Prozent erhöht und blieb bis in die neunzehntsechziger Jahre bei über neunzig Prozent bevor er auf siebzig prozent abgesenkt wurde.

00:07:03: All das hat natürlich nicht dazu geführt dass die Überreichen verarmten.

00:07:07: Schließlich sind die Rockefellers immer noch eine der reichsten Familien der Welt.

00:07:11: Doch es zeigt, dass die Demokratie in der Lage ist sich zu wehren und der immer weiter ausufernden Macht der Milliardäre etwas entgegenzusetzen.

00:07:21: Denn die Maßnahmen haben zumindest dabei geholfen das der Wohlstand nicht nur den Reichsten zugute kam sondern sich zumindest halbwegs über breite Teile der Gesellschaft verteilte.

00:07:31: Das änderte sich jedoch in den Neunzehn-Achzigerjahren mit Privatisierungen, Deregulierungen und Abbau des Sozialstaats.

00:07:39: Eine Entwicklung deren toxische Auswüchse wir heute in Form extremer Armut, extremen Reichtums, extroemer Politik und extrema Krisen erleben!

00:07:50: Und die Posterboys dieser Misere sind die neuen Räuberbarone, die heute nicht mehr mit Öl und Eisen ihr Geld verdienen sondern mit Technologie und Finanzspekulation.

00:08:00: Noch haben auch wir die Chance, uns gegen sie zu wehren.

00:08:04: Wenige Tage bevor Elon Musk zum ersten Billionär der Weltgeschichte wurde, wurde der Global Justice Report vorgestellt.

00:08:11: Der zeigt einen Weg auf, die weltweite Armut bis zwei tausend Einhundert massiv zu reduzieren – indem wir die Milliardärsklasse quasi enteignen!

00:08:20: Ihr Anteil am globalen Vermögen soll von sechs Prozent auf null Komma Null fünf Prozent sinken.

00:08:27: Für eine solche Besteuerung großer Vermögen gäbe es auch längst breite Mehrheiten.

00:08:32: Es spricht also wenig dagegen, die Spielregeln endlich wieder zu

00:09:13: ändern!

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