Wie ihr mit Serious Games spielerisch eure Ziele erreicht
Shownotes
Spiel und Arbeit gelten oft als Gegensätze. Zu Unrecht, denn sogenannte Serious Games können helfen, komplexe Unternehmensziele zu erreichen. Doch für welche Probleme eignen sich welche Spiele und was müsst ihr beachten, damit sie in eurem Team ihre Wirkung entfalten?
Diesen Beitrag liest eine erfundene Stimme vor, geschrieben hat ihn Laura Erler.
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00:00:00: Hallo.
00:00:01: Ich bin Laura Erler, Redakteurin bei Neuer Narrative und Autoren dieses Artikels.
00:00:06: Die Stimme die den Artikel gleich vorliest ist künstlich Aber mich gibt's wirklich Und ich wünsch dir viel Spaß beim Anhören.
00:00:13: Spiel- und Arbeit gelten oft als Gegensätze Zu Unrecht Denn sogenannte Serious Games können helfen komplexe Unternehmensziele zu erreichen.
00:00:24: Doch für welche Probleme eignen sich welche Spiele?
00:00:27: Und was müsst ihr beachten damit sie in eurem Team ihre Wirkung entfalten.
00:00:36: Wie ihr mit Serious Games spielerisch eure Ziele erreicht, von Laura Erler.
00:00:41: Schon seit den neunzehn-fünfziger Jahren arbeiten Konzerne mit Planenspielen zum Beispiel um Führungskräfte auszubilden.
00:00:48: Computergestützte Varianten folgten zehn Jahre später.
00:00:52: Heute werden sogenannte Serious games immer mehr Arbeitsprozessen eingesetzt – sei es, um mit Legofigürchen die Firmenstrategie durchzuspielen!
00:01:02: beim Onboarding, im Innovationsmanagement oder im Vertrieb.
00:01:07: Denn Spiele haben viele Vorteile gegenüber anderen Methoden Wissen zu vermitteln oder Fähigkeiten zu trainieren.
00:01:14: Durch sie können wir Situationen Szenarien und Probleme durchspielen die wir durch rein theoretische Diskussionen nie ganz durchdringen könnten.
00:01:24: So können wir uns spielerisch Inhalte erschließen Die ansonsten schwer und trocken wirken.
00:01:32: Was sind Serious Games?
00:01:35: Serious Games ist ein Überbegriff für Spiele, die nicht primär der Unterhaltung sondern Lern- oder Trainingszwecken dienen.
00:01:42: Sie können trotzdem sehr viel Spaß machen!
00:01:45: Geprägt hat den Begriff Serious games – Der deutschamerikanische Sozialforscher Clark C. Upt mit seinem Buch Serious Game aus dem Jahr nineteenhundertsiebzig.
00:01:55: Genau genommen gibt es Serious Games aber schon seit Jahrhunderten.
00:01:59: sie sind ursprünglich in einem wirklich ernsten Kontext entstanden Krieg.
00:02:04: Kriegsspiele setzten sich als methodisches Werkzeug durch, weil sie Militärstrategien die Möglichkeit boten, Taktiken-, Handlungsoptionen und mögliche Gefechtsausgänge greifbar zu simulieren.
00:02:16: Richtig populär wurde der Begriff Serious Games in den zweitausender Jahren als digitale Technologien neue Einsatzmöglichkeiten eröffneten.
00:02:25: Seitdem kommen spielbasierte Lern- und Trainingskonzepte verstärkt – in Bildung, Wirtschaft und öffentlichen Institutionen zum Einsatz!
00:02:34: Heute gibt es unzählige Spielarten von Serious Games, von Simulationsspielen über Rollenspiele bis zu Computerplan-Spielen.
00:02:42: Sie kommen in Recruiting und Kommunikation zum Einsatz, in Strategieentwicklung und Produktinnovation.
00:02:49: Dabei muss der Einsatz von Spielen nicht zwingend von externen Organisationsentwicklerinnen oder Führungskräften initiiert werden um Trainings, Workshops oder Strategieprozesse zu gestalten.
00:03:00: Im Grunde kann jeder im Team die Rolle Spielbeauftragter übernehmen, passende Spiele recherchieren und diese anleiten.
00:03:08: Aber was spielt ihr wann?
00:03:10: Welche Probleme löst Ihr spielerisch am besten?
00:03:13: Und wie geht Ihr mit Spielverderberinnen um?
00:03:18: Welches Spiel wofür?
00:03:20: Kategorie Simulationsspiele.
00:03:24: Simulationsspiele bilden reale Situation in einer risikofreien Lernumgebung nach.
00:03:30: Ihr trefft Entscheidungen und erlebt deren Auswirkungen.
00:03:33: Das hilft, Zusammenhänge zu verstehen und Kompetenzen praxisnah zu trainieren.
00:03:39: Plan-Spiele Plan- Spiele kommen aus der militärischen und politischen Bildung sind aber inzwischen auch ein Klassiker der Organisationsentwicklung.
00:03:49: Es gibt analoge Plan-Spiele wie das in den neunzehn sechziger Jahren am MIT entwickelte Brettspiel Beer Game.
00:03:57: Darin übernehmen die Spielerinnen verschiedene Rollen innerhalb einer Lieferkette von der Brauerei bis zum Einzelhandel.
00:04:04: Eines der bekanntesten digitalen Plan-Spiele ist MAGA.
00:04:09: Darin führen Spielerinnen im Team ein Unternehmen, dabei stehen sie in direktem Wettbewerb mit anderen Teams.
00:04:15: Firmen wie Bosch und DB Cargo nutzen MAGA in ihren Trainee-Programmen für junge Führungskräfte.
00:04:21: Daneben gibt es auch hybride Spiele mit analogen und digitalen Elementen oder Planspiele, in die eine generative KI integriert ist.
00:04:31: Der Vorteil Konsequenzen von Entscheidungen lassen sich ohne reales Risiko erleben.
00:04:37: Bei Videospielen ist die Teilnahme zudem auch remote möglich.
00:04:41: Der Spieltyp eignet sich besonders für Strategie, Führung, Changeprozesse und betriebswirtschaftliches Systemverständnis – so spielt ihr!
00:04:51: Die Spielerinnen versetzen sich in ein fiktives Szenario übernehmen eine Figur auf dem Spielbrett oder in der virtuellen Umgebung Expansionsstrategie in neuen Märkten erarbeiten.
00:05:05: Hierfür treffen sie Entscheidungen, stellen zum Beispiel Personal ein oder Planeninvestitionen.
00:05:10: Am Ende können Sie abgleichen was Ihr Verhalten in der realen Welt bewirkt hätte.
00:05:17: Rollenspiele – Business Role-Plays.
00:05:22: Rollenspiele basieren auf einem ähnlichen Prinzip wie Planspiele nämlich der Simulation realer Situationen.
00:05:29: Nur findet das Ganze ohne Spielbrett oder virtuelle Umgebung statt sondern als Schauspiel im realen Raum.
00:05:36: Solche Rollenspiele werden beispielsweise in MBA-Programmen in Harvard eingesetzt, der Vorteil sehr realitätsnah mit direktem Feedback auf das eigene Verhalten.
00:05:48: Der Spieltyp eignet sich für das Training von Verhaltensweisen besonders in der Führungskräfteentwicklung aber auch für Konfliktgespräche und Kommunikationsmodelle wie etwa Aktives Zuhören oder GFK also gewaltfreie Kommunikation.
00:06:02: so spielt ihr.
00:06:04: Spielerinnen erhalten eine konkrete Situation, zum Beispiel schwieriges Feedbackgespräch Verhandlung oder Konflikt mit Stakeholderin und spielen für eine begrenzte Zeit von etwa fünf bis zwanzig Minuten eine Rolle.
00:06:17: Zum Beispiel Führungskraft, Mitarbeitende oder Kundin Eine beobachtende Gruppe oder eine Trainerin schauen zu.
00:06:25: Am Ende reflektieren alle gemeinsam das Verhalten der Spielenden.
00:06:29: Was hat funktioniert?
00:06:31: Wo entstanden Konflikte?
00:06:33: Welche Handlungsalternativen hätte es gegeben?
00:06:36: Häufig nutzt man eine weitere Runde, ein sogenanntes Replay zur Verbesserung des Verhaltens.
00:06:44: Kategorie kollaborative Entwicklungsspiele.
00:06:48: Kollaborative EntwicklungsspieLE spielt ihr in der Gruppe.
00:06:51: Sie fördern den Austausch und machen komplexe Zusammenhänge innerhalb des Teams greifbar.
00:06:56: Gleichzeitig schaffen sie in lockerer Atmosphäre einen Rahmen indem ihre neue Perspektiven entwickeln Vertrauen aufbauen oder kreative Lösungen für organisatorische Herausforderungen erarbeiten könnt.
00:07:10: Kooperative Teambuilding-Spiele.
00:07:14: Bei kooperativen Teambuilding Spielen bekommen Gruppen strukturierte spielerische Aufgaben, die sie nur gemeinsam lösen können.
00:07:21: Solche Spiele werden häufig bei Trainings, Workshops oder Teamtagen eingesetzt.
00:07:27: Der Vorteil?
00:07:28: Sie fördern Zusammenhalt und schaffen gemeinsame spaßige Erfolgserlebnisse!
00:07:34: Der Spieltyp eignet sich für Teamzusammenhalt Kommunikation, Vertrauen und Zusammenarbeit.
00:07:41: So spielt ihr!
00:07:42: Ihr teilt euer Team in Gruppen auf und gebt ihnen eine witzige Challenge die sie gemeinsam lösen müssen.
00:07:48: Dabei könnt ihr auch mehrere Gruppen gegeneinander antreten lassen.
00:07:54: Organisationsentwicklungsspiele Diese Spiele unterscheiden sich in ihren Mechaniken teils sehr voneinander verfolgen aber ähnliche Ziele.
00:08:03: Indem Sie um die Ecke denken Flexibilität- und Problemlösungskompetenzen fördern Dienen Sie dazu, Skills aus der Organisationsentwicklung wie Selbstorganisation, Design-Thinking oder Agile Methoden zu trainieren.
00:08:17: Der Vorteil – abstrakte Konzepte werden leichter zugänglich und anschlussfähiger!
00:08:23: Der Spieltyp eignet sich für Innovation-, Produktentwickling-, Kreativität-, Lösungsentwicklungen sowie das Training von kreativen und agilem Denken.
00:08:34: So spielt ihr.
00:08:36: Meist spielt Ihr mit Karten, Spielbrettern oder anderen Materialien, auf denen bestimmte Organisationsprobleme spielerisch aufbereitet sind.
00:08:44: Ein Beispiel ist das Spiel Delegation Poker – dass Teams auf dem Weg in die Selbstorganisation hilft.
00:08:52: Darin sucht ihr zunächst eine konkrete Entscheidung oder Verantwortung aus.
00:08:56: zum Beispiel Wer entscheidet über Urlaubsfreigaben?
00:09:01: Jetzt wählen alle Spielerinnen verdeckt eine Karte mit einer Delegationsstufe von eins bis sieben.
00:09:07: Managerin entscheidet allein, bis Team entscheidet vollständig gemeinsam.
00:09:13: Dann decken alle gleichzeitig auf.
00:09:16: Anschließend erläutern alle ihre Sichtweise.
00:09:19: Nach einer Diskussion legt ihr eine gemeinsame Delegationsstufe fest.
00:09:24: Ein anderes Beispiel ist Moonshot das ein positives Innovationserlebnis zum Beispiel in UX und Produktentwicklungsteams erschafft.
00:09:32: In Moonshot stellen sich Spielerinnen eine Frage wie, welche Produkte könnten wir entwickeln die wir noch nicht auf dem Schirm haben und treten dann mit ihren Ideen gegeneinander an.
00:09:43: Auf Challenge- und Itemkarten finden sich teils skurrile Kreativitätstechniken und Gedankenanstöße um die eigenen Ideen weiterzuentwickeln.
00:10:03: sind spielerische Tools, die mithilfe von Lego-Steinen oder Playmobilfiguren implizites Wissen sichtbar machen sollen.
00:10:10: Hier wird sozusagen mit den Händen gedacht um abstrakte Themen und Gedanken greifbar zu machen.
00:10:16: Hierfür bieten die Spielwarenhersteller spezielle Sets mit entsprechenden Steinen und Figuren an.
00:10:23: LSP-Fazilitatorin Corinne Benzing erklärt den Vorteil der Methode damit das drei Faktoren zusammenspielen wenn wir mit den händen Modelle bauen Hirn Hand Und Herz.
00:10:34: Wenn die drei zusammenkommen, entstehen einfach die besten Ideen.
00:10:38: Ich aktiviere mein Bauchgefühl und beide Hirnhelfen – Die linke, analytische Und die rechte, emotionale und kreative.
00:10:48: Der Vorteil?
00:10:49: Alle Beteiligten kommen zu Wort.
00:10:51: Das haptische und bildliche Modell bleibt in Erinnerung.
00:10:54: Es gibt eine hohe Akzeptanz von Lego aufgrund von Nostalgie und Zeitdruck sowie Bauflow dämpfen die innere Bewertungen.
00:11:02: Der Spieltyp eignet sich für Strategie oder Produktentwicklung, für die Entwicklung von Visionen und Leitbildern sowie für die Verbesserung von Zusammenarbeit und Kommunikation.
00:11:14: So spielt ihr!
00:11:15: Jeder LSP-Zyklus startet mit einer Frage, die komplexes Denken vom Team erfordert – zum Beispiel Wie sieht euer Idealteam in fünf Jahren aus?
00:11:26: Was muss die Führungskraft der Zukunft können?
00:11:28: Oder was bedeutet Unternehmensidentität für euch?
00:11:32: Dann gibt es ein kurzes Zeitfenster, zum Beispiel drei Minuten in dem die teilnehmenden ohne weitere Anweisungen aus den bereitgestellten Spielsteinen ein Modell bauen das auf die Frage antwortet.
00:11:44: In der Regel werden Bauaufträge immer so formuliert Bauer-Einmodell von punkt Punkt Punkt.
00:11:51: Dies fördert das Denken in Metaphern anstatt naturgetreue Nachbildungen zu bauen.
00:11:57: Hierbei können sie die einzelnen Legosteine frei interpretieren.
00:12:01: Für die eine Person kann ein schwarzer Reifen als Lenkrad Kontrolle symbolisieren, für die andere ein Hamsterrad.
00:12:08: Idealerweise reden die Bauenden nicht miteinander!
00:12:12: Nach Ablauf der Zeit erklären alle Teilnehmenden ihr Modell und Beantworten Fragen.
00:12:17: Manchmal kombiniert das Team am Ende Modelle um eine gemeinsame Antwort auf die Frage zu bauen.
00:12:25: Kategorie Trainingsspiele?
00:12:28: Damit sind Trainingsgemeint die in Form eines Spiels gezielt Wissen vermitteln.
00:12:34: Häufig sind die Abschlussraten solcher Trainings höher als bei nicht-spielerischen Versionen.
00:12:39: Die Übergänge zwischen Trainingsspielen und sogenannte Gamification sind fließend, zum Verständnis ein kurzer Einschub – Gamification vs Game Based Learning.
00:12:53: Häufige werden gamifizierte Lerninhalte und Game Based learning verwechselt oder synonym verwendet.
00:13:00: Die Linie ist auch hauchdünn zur Unterscheidung Gamification bedeutet, Spielelemente in einem Nichtspielsetting zu benutzen.
00:13:09: Also Punkte, Abzeichen, Rankings, Levels, Rätsel und Ähnliches.
00:13:14: Ein Beispiel Der Kurs zur Internet-Sicherheit besteht wie gewohnt aus Infofolien hat aber einen Fortschrittsbalken lässt uns bestimmte Informationen durch Challenges freispielen und belohnt richtige Quizfragen mit dem Badge Cyber Security Profi Game-Based Learning heißt dagegen, dass ein komplett neues Spiel nur für den Schulungszweck entworfen wird.
00:13:36: Ein Beispiel – du bist ein virtueller Mitarbeiter, läufst durch ein digitales Büro und musst mit anderen Spielerinnen eine Sicherheitslücke im System schließen.
00:13:48: Educational Games Die Klassiker in Unternehmen sind obligatorische Schulungen zum Erlernen von Fachwissen zb IT-Sicherheit oder Arbeitsschutz.
00:14:00: Educational Games können aber alles vermitteln.
00:14:03: Von Musiktheorie über Quantenphysik zu künstlicher Intelligenz, interaktive Quiz- und Lernspiele zum Beispiel von der Lernplattform Kahoot decken viele klassische Schulfächer ab.
00:14:16: Es gibt auch medizinische Schulungsspiele wie das Videospiel Remission in dem junge Krebspatientinnen über ihre Therapie und Medikamenteneinnahme lernen.
00:14:26: Der Vorteil hohe Motivation und Hirnaktiverung durch Emotionen und Stories.
00:14:32: Aktive Beteiligung und Immersion helfen bei der Wissensaufnahme auch stärker als bei gamifizierten Schulungen.
00:14:39: Der Spieltyp eignet sich, um jede Form von Fachwissen zu lehren – so spielt ihr!
00:14:45: Viele Educational Games sind Onlinespiele, bei denen man in einer virtuellen Umgebung auf eine Lernreise geht.
00:14:52: Bei Remission spielt die Patientin einen kleinen Roboter, und mit unterschiedlichen Medikamenten auf die Krebszellen schießt.
00:15:02: Übrigens Fahr- und Flugsimulatoren, etwa für Kranführerinnen oder Pilotinnen sind im weitesten Sinne auch Trainings beziehungsweise Simulationsspiele.
00:15:12: Sie nutzen spieltypische Elemente wie Regeln, Ziele, Feedback und wiederholbare Herausforderungen verfolgen aber ein konkretes Ziel den sicheren Umgang mit komplexen Maschinen.
00:15:26: Business Escape Games.
00:15:29: Business Escape Games sind an die beliebten Escape Rooms und Exit Games angelehnt.
00:15:34: Die Spielhandlung ist oft auf Lernziele ausgerichtet, zum Beispiel Kundenservice, Digitalisierung oder neue Technologien wie KI.
00:15:43: Deshalb ist das Storytelling meist besonders ausgefeilt.
00:15:47: Neben fertigen Escape Roomes gibt es Firmen wie die Spielarchitekten, die individuell auf jeweilige Anforderungen zugeschnittene Spiele bauen.
00:15:55: Der Mobilfunkanbieter O-II Telefonika hat zum Beispiel einen Escape Room entwerfen lassen, in dem mitarbeitende Zukunftstechnologien kennenlernen und ihre Kundenservicekompetenzen trainieren können.
00:16:09: Manche Unternehmen nutzen Escape Games aber auch um im Recruiting analytische oder soziale Fähigkeiten unter Zeitdruck zu bewerten – oder für das Employer Branding!
00:16:20: So entwickelte das Klinikum Dortmund während der Corona-Pandemie ein interaktives Escape Game auf Instagram.
00:16:27: In einem stillgelegten OP-Saal löste eine Mitarbeiterin live verschiedene Aufgaben, um ein fiktives Unfallopfer zu retten, während ca.
00:16:36: tausend Zuschauerinnen über Instagram Hinweise gaben und Entscheidungen mitbestimmten.
00:16:41: So wollte das Klinikum mit potentiellen BewerberInnen in Kontakt treten.
00:16:47: Der Vorteil ist ähnlich wie bei anderen Educational Games – hier kommt zusätzlich eine hohe Akzeptanz aufgrund der Beliebtheit von Escape Games hinzu.
00:16:56: Der Spieltyp eignet sich, um Fachwissen zu trainieren sowie für Recruiting, Onboarding und Teambuilding.
00:17:04: So spielt ihr!
00:17:05: Die Mitarbeitenden lösen in kleinen Teams oder allein unter Zeitdruck Rätsel, Codes und Aufgaben die an reale Unternehmenssituationen angelehnt sind.
00:17:15: Dabei müssen sie kreativ sein logisch denken zusammenarbeiten und Entscheidungen treffen.
00:17:22: Escape Rooms trainieren also mehrere Skills parallel.
00:17:26: Bei einem Escape-Game im Bereich Teambuilding lösen die KollegInnen Aufgaben, bei denen unterschiedliche Stärken und Persönlichkeitsmerkmale erforderlich sind.
00:17:56: Erfolgsfaktoren für Serious Games.
00:18:00: Bleibt noch die Frage wie ihr das richtige Spiel wählt?
00:18:04: Ein gutes Serious Game verknüpft Ziele mit Emotionen und Bildern und ermöglicht den Spielenden tatsächlich in eine andere Welt einzutauchen anstatt nur Punkte zu sammeln.
00:18:15: Wichtig ist Dass die Lerninhalte wirklich in das Spiel integriert sind, sagt Sirius Game-Entwickler Philipp Busch.
00:18:22: Deshalb solltet ihr Games mit sequenziellem Design lieber meiden.
00:18:26: Sequenziell heißt hierbei dass sich Spielsequenzen und langweilige Aufgaben abwechseln.
00:18:33: Ein Beispiel In einem Stochastiktraining spielen wir ein aufregendes Autorennspiel Aber nach einer Runde müssen wir erstmal zehn langweillige Rechenaufgaben lösen.
00:18:43: Das nennen wir als Game Designer den Chocolate-Covered Broccoli, sagt Bush.
00:18:48: Der Broccoli schmeckt immer noch furchtbar auch wenn ich da ein bisschen Schokolade drüber geschmiert habe.
00:18:54: Motivierender ist es, wenn die Rechenaufgaben Teil des Spiels sind.
00:18:59: Ein weiterer wichtiger Faktor für die Arbeit mit Serious Games ist die Wirkungsmessung damit die Ergebnisse nicht verpuffen, sagt Busch.
00:19:07: Um den Erfolg messbar zu machen hilft es wenn ihr von Anfang an klare Ziele formuliert.
00:19:13: Bei einer Schulung für IT-Sicherheit wäre ein Erfolg, wenn Mitarbeiter der häufiger verdächtige E-Mails erkennen und melden oder seltener auf Fishing Links klicken.
00:19:22: Bei den krebskranken Jugendlichen und jungen Erwachsenen die das oben erwähnte Remission spielten wurde durch A B Tests wissenschaftlich nachgewiesen dass sich die Therapietreuhe also die regelmäßigen Medikamenteinnahme signifikant verbesserte.
00:19:37: Wichtig ist auch die gewonnenen Impulse zu verstetigen.
00:19:41: Nach dem Spiel solltet ihr Erfahrungen und Erkenntnisse gemeinsam auswerten, und konkrete Handlungsschritte und Maßnahmen ableiten um die Ergebnisse in den Arbeitsalltag zu überführen.
00:19:53: So könnt Ihr mit SpielverderberInnen umgehen.
00:19:57: Schafft inklusive Spielregeln für mehr Anschlussfähigkeit.
00:20:01: Mindestens eine Person im Team sagt jetzt vermutlich – Och ne!
00:20:06: Kein Bock ich hasse Spiele.
00:20:08: Skeptische Teilnehmerinnen können allen das Spiel madig machen.
00:20:12: Hier sind ein paar Spielregeln, um das zu verhindern.
00:20:16: Zunächst keine Überraschungen – wer mit einem Surprise «Wir spielen heute was» überrumpelt wird streikt schnell!
00:20:25: Das Risiko dass Leute bei einem Wurf ins kalte Wasser nicht mitmachen ist hoch.
00:20:29: Deshalb solltet ihr alle an Bord holen und die spielerische Aktivität im Vorfeld ankündigen.
00:20:36: Genauso wichtig, das Spiel ernst frame'n und nicht als Spaß verkaufen.
00:20:41: Spiel is noch immer stigmatisiert.
00:20:43: Wenn ihr klar macht, dass ihr nicht künstlich Spaß erzeugen sondern Ergebnisse hervorbringen wollt und zudem wissenschaftlich fundiert erklären könnt warum spielerische Methoden kein Kinderkram sind.
00:20:54: Sondern das Unternehmen ernsthaft weiter bringen wird es einige Kritiker innen weniger geben.
00:21:00: Hört außerdem auf Kritik Falls jemand die Spielidee im Vorfeld ablehnt.
00:21:05: hört genau hin.
00:21:06: was kritisiert die Person konkret?
00:21:08: Den Rahmen den Ton Das Ziel?
00:21:11: Oft geht es weniger um ein gar nicht als ein so-nicht.
00:21:15: Wenn ihr darauf reagiert, macht ihr eure Spielformate anschlussfähiger und aus Ablehnung wird vielleicht doch noch Akzeptanz!
00:21:23: Ein kleiner Tipp dabei – oft hilft es schon das Wort Spiel nicht zu benutzen.
00:21:29: Passt außerdem das Format an die Gruppe an.
00:21:33: Für manche Teams ist es witzig ihre Rollen im Team mit Schleichtieren darzustellen für andere ist dort die Grenze der Albanheit überschritten.
00:21:42: Jede Gruppe hat eine eigene Dynamik und ihr müsst selbst herausfinden, welches Spielprinzip zu eurem Team passt.
00:21:49: Lego funktioniert fast überall – vermutlich wegen der weitverbreiteten Kindheitserinnerungen.
00:21:55: Ganz zentral ist außerdem die Freiwilligkeit!
00:21:59: Wir können den Kollegen Meier nicht dazu zwingend spielen, denn Spiel- und Stress oder Frust schließen sich aus.
00:22:06: Wer nicht teilnehmen will muss auch nicht ohne dafür verurteilt oder benachteiligt zu
00:22:10: werden.".
00:22:11: Für den Rest gilt allerdings, wer sich dafür entscheidet zu bleiben muss auch aktiv mitmachen und darf nicht danebensitzen und spöttisch die Nase über die Spielenden rümpfen.
00:22:23: Und schließlich keine Ablenkungen!
00:22:26: Wie in allen guten Workshops sollten Handys, Laptops und Ähnliches draußenbleiben – es sei denn sie sind Teil des Spiels.
00:22:34: Ihr wollt euch alle gemeinsam auf eine Parallelwelt einlassen.
00:22:37: Das funktioniert besser, wenn ihr die Arbeitsrealität sowie andere Welten auf TikTok und LinkedIn vor der Tür lasst.
00:22:46: Spiel-und Ziel anpassen!
00:22:49: Das Stigma von Spiel als Nichtarbeit hält sich hartnäckig.
00:22:54: Serious Game Designer Philipp Busch sieht Serious Games in Europa dennoch im Aufwind.
00:23:00: So lassen immer mehr Unternehmen von Game Design Firmen wie MindGames, Fabular Games oder Pfeffermind ihre eigenen Spiele entwickeln.
00:23:09: Der Vorteil dabei ist dass die Inhalte maßgeschneidert auf die Orga sind.
00:23:14: Das kostet allerdings mehrere Zehntausend Euro.
00:23:17: Kleinere Teams mit weniger Budget können auch auf fertige teils kostenlose Spiele zurückgreifen oder ihr eigenes Spiel bauen.
00:23:25: Bush empfiehlt, das Unternehmen ,die ein eigenes spiel entwerfen lassen wollen, das genaue Ziel die Zielgruppe und den geplanten Kontext detailliert besprechen.
00:23:35: Sind die Teammitglieder eher spielaffin- oder skeptisch?
00:23:39: Soll das Spiel im Workshop zusammen online oder allein zu Hause gespielt werden?
00:23:44: Anschließend solltet ihr einen Prototyp mit Hinblick auf Setting, Emotionen und Design – mit der Zielgruppe testen.
00:23:52: Dadurch die gewachsene Gaming-Szene immer mehr Mitarbeitende, die an Spiellogiken gewöhnt sind in die Unternehmen kommen wird es zunehmend sinnvoller, Spielstrukturen in der Arbeit einzusetzen.
00:24:03: Busch sagt «Es gibt kein Unternehmen was nicht von Serious Games profitieren kann».
00:24:08: Denn es gibt ja kein Unternehmen, das sich leisten kann keine Fortbildung für seine Mitarbeitenden zu machen.
00:24:14: Und alles was in Richtung Fortbildung geht wird effektiver über ein Serious Game abgebildet.
00:24:20: Denn Serious Games motivieren intrinsisch also durch eine innere Überzeugung oder Identifikation mit dem Inhalt und auf Methoden die das können warten Organisationsentwicklerinnen doch seit Jahren!
00:24:35: Vielen Dank an unsere InputgeberInnen.
00:24:38: Dr.
00:24:38: Philipp Busch hat über das Thema Gamification und Serious Games promoviert, und ist Autor mehrerer Artikel über interaktive Lernerfahrungen.
00:24:47: Als Gründer- und Game Designer bei der MindGames GmbH entwickelt er Serious games und gamifizierte Lernsysteme für Unternehmen und NGOs – Er isst außerdem der Mitveranstalter der Serious Play Conference in Mainz.
00:25:02: Dr.
00:25:02: Corinne Benzing ist promovierte Biologin und arbeitet als Agile Change Managerin und Facilitatorin für LEGO Serious Play-Methoden.
00:25:12: Als Expertin für Organisationsentwicklung und Kollaboration sowie als zertifizierte systemische Beraterin begleitet sie Startups beim Aufbau ihrer Strukturen.
00:25:22: Zusätzlich lehrt sie Führungskompetenz an der Technischen Hochschule Bingen.
00:25:49: Ich bin's nochmal, Laura!
00:25:51: Ich hoffe dir hat mein Artikel gefallen.
00:25:53: Wenn du ihn nützlich oder inspirierend oder sogar beides fandest, dann unterstützt uns doch mit einem Abo auf neuenarrative.de.
00:26:00: slash Abo.
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