Wie Organisationen Eltern bei der Kinderbetreuung unterstützen können

Shownotes

Ohne Kinderbetreuung können die Eltern nicht arbeiten. Für Organisationen ist das ein Problem. Wenn sie Strukturen schaffen, um Eltern zu entlasten, handeln sie also auch im eigenen Interesse. Dafür braucht es verbindliche Regelungen.

Diesen Beitrag liest eine erfundene Stimme vor, geschrieben hat ihn Charleen Rethmeyer.

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00:00:00: Hallo, ich bin Charlene Riedmeier, Redakteurin bei Neue Narrative und Autoren dieses Artikels.

00:00:06: Die Stimme die diesen Artikel gleich vorliest ist künstlich aber mich gibt's wirklich und ich wünsche dir viel Spaß beim Anhören!

00:00:15: Ohne Kinderbetreuung können die Eltern nicht arbeiten.

00:00:19: für Organisationen ist das ein Problem wenn sie Strukturen schaffen um Eltern zu entlasten.

00:00:24: handeln Sie also auch im eigenen Interesse.

00:00:27: dafür braucht es verbindliche Regelungen Wie Organisationen Eltern bei der Kinderbetreuung unterstützen können?

00:00:37: Von Charlene Redmayer.

00:00:40: Als ein landschaftsgärtner Vater wird, bittet er seinen Arbeitgeber nur noch vier Tage die Woche arbeiten zu dürfen, damit er sich mit seiner Partnerin die Sorge- und Erwerbsarbeit gerechter aufteilen kann.

00:00:51: Auf diese Bitte reagiert der damalige Arbeitgeba mit einem klaren Nein.

00:00:56: Dann bewirbt sich der junge Vater zu Bühlerbaum und Garten und bespricht seinen Arbeitszeitwunsch direkt im Vorstellungsgespräch.

00:01:04: Dort ist die Antwort eine andere.

00:01:06: Vier Tage, das passt doch!

00:01:08: Seit dreißig Jahren führt Albrecht Bühler sein Gartenbauunternehmen und hat Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben von Anfang an als Führungsprinzip verstanden.

00:01:17: Sein Hintergrund als Sozialpädagoge habe ihn geprägt.

00:01:20: Es geht darum was Menschen brauchen um ihre Arbeit gut machen zu können.

00:01:24: Dieser Respekt vor individuellen Wünschen und Notwendigkeiten ist bei uns schon lange vorhanden Und wird auch entsprechend gepflegt, sagt er Dass der vorherige Arbeitgeber Nein zu dem Wunsch seines Angestellten sagte, zeigt wie viele Organisationen mit den Betreuungsbedarfen von Eltern umgehen – vor allem von Vätern.

00:01:44: Sie nehmen darauf keine Rücksicht.

00:01:46: Dabei steckt hinter dem Wünsch weniger zu arbeiten, oft keine persönliche Präferenz sondern ein strukturelles Problem.

00:01:54: Im aktuellen Betreuung und Arbeitssystem ist es Eltern in Vollzeit schlicht nicht möglich ihre Kinder ausreichend Kita-Ausfälle.

00:02:05: Diese Probleme ignorieren viele Unternehmen und tun sie als Privatangelegenheit ihrer Mitarbeitenden ab, was Eltern und Organisationen die Betreuungslücke kostet.

00:02:16: Mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Eltern ist in Deutschland von Einschränkungen bei der Kinderbetreuung betroffen.

00:02:22: das zeigen Daten des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts – kurz WSI.

00:02:28: Allein die Schulferien stellen Eltern vor riesige Herausforderungen.

00:02:32: Ein schulpflichtiges Kind hat mit rund seventy-fünf Tagen deutlich mehr freie Tage im Jahr, als die Eltern Urlaubsanspruch haben.

00:02:40: Selbst wenn beide Elternteile ihren gesamten Urlaub aufteilen und koordinieren ohne je gemeinsam Urlaub zu machen bleibt eine Betreuungslücke von mehreren Wochen bestehen.

00:02:50: Zwar gibt es Ferienangebote wie Horte aber sie sind regional sehr unterschiedlich verfügbar und decken die Lücke selten vollständig ab.

00:02:58: Hinzu kommen kurzfristige Gruppenschließungen in der Kita Streiks- und Ausfälle von Tageseltern.

00:03:04: Die Lücken erzeugen großen Druck, siebenundsechzig Prozent der betroffenen Eltern empfinden das als belastend, dreißig Prozent sogar als sehr belastnd.

00:03:12: Knapp die Hälfte nimmt Urlaub oder baut Überstunden ab um Betreuungsausfälle aufzufangen.

00:03:18: Weitere Dreißigprozent reduzieren ihre Arbeitszeit.

00:03:21: Diese Last ist nicht gleichmäßig verteilt.

00:03:24: Laut WSI springt in dreiundsechszig Prozent.

00:03:31: Achtundsechzig Prozent der erwerbstätigen Mütter arbeiten in Teilzeit, während es unter den Väter nur acht Komma drei Prozent sind.

00:03:38: Müttern nehmen außerdem fast dreimal so viele Kinderkrankentage als Väter.

00:03:42: Für Organisationen hat das konkrete Konsequenzen.

00:03:46: Eins Komma zwei Milliarden Arbeitsstunden können aufgrund fehlender Betreuung nicht geleistet werden.

00:03:52: Eltern die Unterbetreuungsdruck stehen Arbeiten schlechter weil die mentale Last und der Planungs Stress Kapazitäten binden.

00:04:00: Wer einen Job hat, der sich nicht mit Kindern vereinbaren lässt reduziert seine Stunden oder kündigt.

00:04:06: Fluktuation, Teilzeitfallen und vermeidbare Ausfälle sind die Kosten, die entstehen wenn Organisationen Betreuungslücken als Privatproblem behandeln wie Organisationen unterstützen können.

00:04:19: Flexibel Arbeitszeiten und die Möglichkeit von zu Hause zu arbeiten sind ein guter Anfang.

00:04:25: Sie schaffen mehr Spielraum bei kurzfristigen Betreuungengpässen und Krankheitsfällen und sparen Pendelzeit Aber sie sind keine Betreuungslösung.

00:04:33: Wer gleichzeitig arbeitet und ein Kind betreut, tut beides unkonzentrierter – und das Kind verbringt im Zweifel mehr Zeit mit Bildschirmen als mit echter Zuwendung!

00:04:44: Und für viele Berufe ist Homeoffice keine Option.

00:04:46: Wer in der Pflege oder in einem Supermarkt arbeitet kann seinen Job nicht von zu Hause aus erledigen.

00:04:52: Mit diesen Hebeln können Organisationen branchenunabhängig konkrete Entlastungsstrukturen schaffen.

00:05:00: Erster Hebel Eltern finanziell unterstützen.

00:05:05: Kita-Gebühren können je nach Betreuungsmodell und Standort mehrere hundert Euro im Monat betragen, auch kurzfristige Betreuungsoptionen wie Babysitterinnen sind kostspielig.

00:05:16: Für Eltern ist es also eine große Entlastung wenn ihr Arbeitgeber sie dabei finanzielle unterstützt.

00:05:22: Bis zum Schuleintritt können im Dachraum vom Arbeitgebers übernommene Kinderbetreuungskosten von der Steuer abgesetzt werden.

00:05:30: Ein Cloud- und KI-Dienstleister mit fiveundachtzig Mitarbeitenden übernimmt seit zwei Tausend zwölf die Kinderbetreuungskosten seiner Beschäftigten, mit bis zu dreihundert Euro im Monat.

00:05:40: Das gilt vom zwölften Lebensmonat bis zum Schuleintritt.

00:05:44: Vorausgesetzt, die Mitarbeitende sind fest angestellt und haben die Probezeit absolviert.

00:05:50: Die IT-Beratung Eigenherd zahlt ihren Angestellten pro nicht schulpflichtigem Kind einen monatlichen Zuschuss von hundertfünfzig Euro.

00:05:58: Dieser ist nutzbar für externe Betreuungsangebote wie Kita, Tagesmutter oder vergleichbare Einrichtungen.

00:06:05: Ein Fehltag kostet durchschnittlich hundertundfünfzig Euro an Lohnkosten – der Wertschöpfungsverlust für das Unternehmen beläuft sich auf zweihundertachtundfünftig Euro.

00:06:16: Der monatliche Zuschuss von hundert und fünfzig Euro amortisiert sich also bereits wenn er einen einzigen Fehltag verhindert.

00:06:24: Würde eure Organisation von einem Kinderbetreuungszuschuss profitieren?

00:06:28: Wenn ihr mehrere der folgenden Fragen mit Ja beantwortet, könnte es sich lohnen.

00:06:34: Erstens.

00:06:35: Gibt es Mitarbeitende die gern mehr arbeiten würden aber die Kinderbetreuung nicht finanzieren können?

00:06:42: Zweitens.

00:06:43: Arbeiten Eltern in Teilzeit obwohl sie aufstocken würden wenn die Betreuung gesichert wäre?

00:06:49: Drittens.

00:06:51: Habt Ihr Mitarbeiter verloren weil Sie nach der Elternzeit nicht zurück kamen?

00:06:55: Viertens Wie viele offene Stellen sind schwer zu besetzen und könnten von Eltern besetzt werden?

00:07:01: Wenn ihr einen Betreuungszuschuss einführen wollt, können euch diese Schritte helfen.

00:07:07: Klärt euer Budget!

00:07:09: Wie viel können wir pro Kind und Monat realistisch beisteuern?

00:07:12: Welche steuerlichen Vorteile gibt es?

00:07:15: Definiert den Rahmen Ab welchem Alter gilt der Zuschuss?

00:07:20: Welcher Betreuungformen werden unterstützt?

00:07:22: Gilt der Zuschluss ab dem ersten Tag oder erst nach der Probezeit?

00:07:27: Legt dann euren Prozess fest?

00:07:30: Wir reichen Eltern die Kosten ein?

00:07:32: Wer ist intern zuständig?

00:07:34: Wie kommunizieren wir das nach außen?

00:07:38: Zweiter Hebel – Betreuung mitorganisieren.

00:07:43: Das Problem kennen viele Eltern.

00:07:45: Ein Anruf am Morgen, die Betreuungen fällt aus und plötzlich muss alles neu organisiert werden.

00:07:51: Was für die betroffene Person schon stressig genug ist hat auch Auswirkungen auf den Arbeitstag.

00:08:05: Bei Softwarekontor dürfen Kinder mitgebracht werden, wenn kurzfristig die Betreuung ausfällt.

00:08:11: Ein Raum mit Maltisch, Spielen und eine Terrasse mit Obst- und Gemüse zum Naschensorgen dafür, dass Eltern trotzdem zur Arbeit kommen können.

00:08:19: Bei ADACOR Hosting gibt es ein festes Eltern-Kind Büro.

00:08:23: In diesem Raum finden auch Bewerbungsgespräche statt – wenn potentielle neue KollegInnen keine Betreuungen organisieren konnten oder Eltern aufgrund wichtiger Termine ins Büro kommen müssten!

00:08:35: Manche Organisationen gründen für ihre angestellten Eltern Betriebskindergärten.

00:08:39: Eltern können so Arbeits- und Abholwege verbinden, die Kindergärte richten sich nach den Arbeitszeiten und bei Krankheitsfällen sind die Eltern direkt vor Ort.

00:08:48: Allerdings ist der Aufwand dafür groß – und es lohnt sich meist erst ab fünfhundert Mitarbeitenden oder für Konzerne.

00:08:55: In Deutschland gibt es sixhundert achtundsechzig Betriebskindertagesstätten, die direkt in einem Betrieb angesiedelt sind.

00:09:02: Häufiger sind betriebsnahe Kindertagesstatten beispielsweise Fröbelkindergärten an der Charité in Berlin.

00:09:08: Bei solchen Einrichtungen kooperieren Unternehmen mit privaten Kita-Trägern, um Betreuungsplätze für die Kinder ihrer Beschäftigten bereitzustellen.

00:09:17: Zudem orientieren sich die Öffnungszeiten stärker an den Arbeitszeiten der Mitarbeitenden – etwa von fünf Uhr dreißig bis neunzehn Uhr dreessig.

00:09:25: Für Notfälle oder kurzfristige Ausfälle können Beschäftigte der Charität außerdem den Service Kids mobil nutzen.

00:09:31: Dabei betreut pädagogisches Fachpersonal die Kinder beispielsweise direkt im Zuhause der Angestellten.

00:09:39: Dritter Hebel Kinderkrankentage ohne ärztliches Attest.

00:09:45: Kinder unter zwölf Jahren erkranken durchschnittlich acht bis zwölft Tage im Jahr.

00:09:50: In Deutschland verlangen ArbeitgeberInnen ab dem ersten Krankheitstag des Kindes in der Regel ein ärztlichen Attest.

00:09:56: Das ist vor allem im Arbeitsalltag der Eltern eine stressige Hürde.

00:10:01: Wer morgens einen Anruf aus der Schule bekommt, dass das Kind krank ist und abgeholt werden muss hat nicht nur die Aufgabe sich um das Kind zu kümmern sondern muss auch noch einen Arzttermin organisieren im Wartezimmer ausharren.

00:10:13: Und dann ein Attest vorlegen was im Zweifelsfall bestätigt was ohnehin klar war.

00:10:17: Der Schnupfen ist in zwei Tagen wieder weg sagt Julietta Rossi Personalleiterin bei Softwarekontor.

00:10:25: In ihrem Unternehmen können Eltern Kinderkrankentage ohne Attest einreichen und das einfach in der HR-Software vermerken.

00:10:38: Wenn eine Erkrankung länger dauert, gehen Eltern ohnehin zum Arzt – ein Attest ergibt sich dann von selbst!

00:10:45: Rossi betont, dass die Regelung sehr verantwortungsvoll genutzt werde.

00:10:50: Bisher ist niemand über die zehn gesetzlich vorgesehenen Kinderkranken Tage mit dieser Sonderregelung gekommen.

00:10:57: Darüber hinaus bietet Softwarekontor fünf zusätzliche Kinderkrankentage pro Kind unter zwölf Jahren bei vollem Gehalt und ohne Attestpflicht.

00:11:05: Diese Tage greifen zuerst, bevor die gesetzlichen Kinderkranken-Tage der Krankenkasse zum Einsatz kommen.

00:11:12: Zum Vergleich.

00:11:13: Gesetzlich versicherte Eltern erhalten in Deutschland fünfzehn Kinderkrankentage pro Kind und neunzig Prozent ihres Gehalts.

00:11:21: Alleinerziehenden stehen dreißig Tage pro Kind zu.

00:11:24: In Österreich gilt eine Woche Pflegefreistellung bei vollen Lohn und in der Schweiz stehen Eltern pro Krankheitsfall bis zu drei bezahlte Tage zu Allerdings nur mit Attest.

00:11:35: Vierter Hebel, lebensphasenorientierte Arbeitszeit.

00:11:41: Verschiedene Lebensphasen erfordern verschiedene Arbeitszeiten.

00:11:45: Während für Berufseinsteigerinnen Vollzeit vielleicht attraktiv scheint Kann sich das einige Jahre später wieder ändern Wenn sie eine Familie gründen Ein Zerbetikel einlegen Eine längere Weiterbildung absolvieren Angehörige pflegen Oder selbst älter werden Und Stunden reduzieren möchten.

00:12:03: Hier setzt das Modell der lebensphasenorientierten Arbeitszeit an.

00:12:07: Das bedeutet, dass sich die Arbeitszeit ans Leben anpasst und nicht umgekehrt.

00:12:12: Arbeitszeit kann so gestaltet werden, dass Freistellung, Teilzeit- und Vollzeit je nach Lebensphase flexibel ineinandergreifen.

00:12:21: Bühlerbaum & Garten praktiziert lebensfasenorientierte Arbeitszeit seit rund zwanzig Jahren.

00:12:27: Geschäftsführer Albrecht Bühler erklärt Die Mitarbeitenden sagen uns wie viele Stunden sie arbeiten möchten.

00:12:34: Wir rechnen in vollen Tagen acht Arbeitsstunden und ermitteln, wie viele Tage die Person in der Woche arbeiten möchte.

00:12:42: Diese Tage werden auf Baustellen verteilt und digital über eine App GalaWork eingeplant.

00:12:48: Entscheidend sei, dass dieses Arbeitszeitmodell dann nicht über Jahre zwangsläufig beibehalten wird.

00:12:54: Bei konkreten Anlässen wie der Geburt von Kindern, der Pflege von Angehörigen oder gesundheitlichen Einschränkungen Sprechen entweder die Mitarbeitenden ihre neuen Arbeitszeitwünsche selbst an oder das Verwaltungsteam.

00:13:09: Auch der Aufgabenbereich lässt sich anpassen.

00:13:12: Eine Baumpflegerin bei Bühler Baum und Garten absolvierte vor ihrer Schwangerschaft eine Umschulung zur Baumkontrolleurin.

00:13:19: Zuvor war sie an feste, weiter entfernte Baustellen gebunden, die in engen Zeitfenstern bearbeitet werden mussten.

00:13:26: In ihrer neuen Rolle als Baum-Kontrolleuren arbeitet sie nun viel autonomer – so Bühlar!

00:13:32: Sie begutachtet Bäume in der Nähe ihres Wohnorts, dokumentiert ihre Arbeit mit dem Tablet und gibt ihre Berichte in eigener Zeiteinteilung ab.

00:13:40: Theoretisch könnte sie später auch wieder in die Baumpflege zurückkehren.

00:13:44: Bei Softwarekontor gibt es für Arbeitszeitanpassungen zweimal im Jahr Personalgespräche.

00:13:50: Dort erfragen Personalleiterin Julietta Rossi Und die Entwicklungsleiterin Gerburg Lugo ob Für Die Mitarbeitenden die Arbeitszeiten noch zu ihrem Lebensalltag passen.

00:14:00: Zwei Fragen, die Führungs- oder Pipelrollen Ihren KollegInnen in den Gesprächen regelmäßig stellen sollten.

00:14:07: Erstens – passt deine aktuelle Arbeitszeit noch zu deiner Lebenssituation?

00:14:13: Zweitens – was müsste sich ändern damit du langfristig gut arbeiten kannst?

00:14:18: Generell seien kurzfristige Wechsel in Teilzeit oder Stundenreduzierungen möglich!

00:14:23: Die Grundlage hierfür sei dass sie in der Beratung vor allem projektbasiert arbeiten und Arbeitsstunden einzeln abrechnen können Kinder von Anfang an mitdenken.

00:14:36: Ein Indikator dafür, dass eine Organisation Vereinbarkeit wirklich ernst nimmt ist das Termine in der Kernerbeitszeit stattfinden.

00:14:44: Wer abends Termine ansetzt entscheidet implizit wessen Zeit zählt und wessen nicht.

00:14:50: Deswegen gibt es bei Softwarekontor keine Termine am späten Nachmittag Und eine individuelle Terminvereinbarung zwischen KollegInnen.

00:14:58: Sie achten darauf, dass Termine so gelegt werden Dass Eltern ihre Kinder in die Schule bringen und abholen können.

00:15:04: Sommerfeste und Weihnachtsfeiern werden so geplant, dass Kinder mitgebracht werden können.

00:15:10: Um im Team eine familienfreundliche Meeting-Guideline zu erstellen, könnt ihr euch an den folgenden vier Schritten orientieren.

00:15:17: Erstens Legt eure Kernstunden fest!

00:15:20: Wann sind alle verfügbar?

00:15:23: Zweitens Benennt eure No Go Zeiten.

00:15:26: Wann finden keine Meetings statt?

00:15:28: weil teilnehmende wichtige familiäre Verpflichtungen haben.

00:15:31: Falls doch ein spätes Meeting nötig ist kündigt es mit ausreichend Vorlauf an und begründet es.

00:15:37: Drittens stellt Regeln für verpasste Meetings auf, sammelt vorab Input von verhinderten KollegInnen, erstellt ein ausführliches Protokoll und stellt sicher das Entscheidungen nicht ohne diesen Input getroffen werden.

00:15:49: Viertens regelt Teilnahmebedingungen.

00:15:53: Welche Meetings sind verpflichtend?

00:15:55: Welche sind optional?

00:15:57: Welcher Hintergrundgeräusche von Kindern oder Haustieren sind ausdrücklich in Ordnung?

00:16:01: Können teilnehmende Meetings kurzzeitig verlassen?

00:16:05: Dokumentiert eure Meeting-Guideline in eurem Team Wiki oder Onboarding Material, damit neue KollegInnen sie von Anfang an kennen.

00:16:14: Für alle die passende Box!

00:16:17: Das Leben außerhalb der Arbeit ist für Menschen in der Regel wichtiger als die

00:16:21: Arbeit."Das

00:16:22: sei okay so", sagt Albrecht Bühler.

00:16:25: Das gilt übrigens nicht nur für Eltern.

00:16:28: Ein Mitarbeiter von uns macht im Sommer eine Fahrradreise zum Nordcup und möchte dafür freigestellt werden.

00:16:33: So was ist genauso wichtig, sagt er.

00:16:36: Wir haben bei uns nicht eine Box wo wir Mitarbeitende reinquetschen sondern wir bauen um jede Person eine eigene Box.

00:16:43: Für ihn ist Vereinbarkeit kein Benefit den man Mitarbeitenden gewährt Sondern eine Voraussetzung dafür dass sie überhaupt bleiben wollen.

00:16:52: Es wird in dem Kontext viel von Mitarbeiterbindung gesprochen Aber wenn wir Bindung möchten brauchen wir das Pendant Freiheit.

00:17:00: Denn wer Menschen kontrolliert statt ihnen zu vertrauen verliert sie früher oder später.

00:17:16: Takeaways Erstens, Betreuungslücken sind mit ein Komma zwei Milliarden nicht geleistete Arbeitsstunden kein Privatproblem sondern wirken sich direkt auf Organisationen aus.

00:17:29: Zweitens, Mütter nehmen dreimal so häufig Kinderkrankentage als Väter und arbeiten zu fast siebzig Prozent in Teilzeit.

00:17:36: Betreuungslücken sind damit auch eine Gleichstellungsfrage.

00:17:40: Drittens Eine wirksame Unterstützung für Eltern entsteht nicht durch die Kuhlands von Einzelfällen, sondern durch strukturelle Regelungen auf die sich Eltern immer verlassen können.

00:17:52: Vielen Dank an unsere Input-Geberinnen!

00:17:55: Albrecht Bühler ist Diplomsozialpädagoge und Geschäftsführer von Bühlers Baum & Garten.

00:18:00: Julietta Rossi ist Personalreferentin bei Softwarekontor.

00:18:34: Unterstütz uns doch bitte mit einem Abo unter www.neunarative.de.

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