Ungewollte Kinderlosigkeit ist ein Tabu, das wir endlich brechen müssen
Shownotes
Jahrelange Kinderwunschbehandlungen sind extrem belastend, zeitintensiv und teuer – kommen in vielen Organisationen aber nicht zur Sprache. Unternehmen, die hier sensibilisieren und Rückhalt geben, zeigen echte Fürsorge jenseits klassischer Familienpolitik.
Diesen Beitrag liest eine erfundene Stimme vor, geschrieben hat ihn Laura Erler.
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00:00:00: Hallo, ich bin Laura Erler, Redakteurin bei Neuer Narrative und Autoren dieses Artikels.
00:00:06: Die Stimme die den Artikel gleich vorliest ist künstlich – aber mich gibt's wirklich!
00:00:10: Und ich wünsch dir viel Spaß beim Anhören!
00:00:13: Jahrelange Kinderwunschbehandlungen sind extrem belastend, zeitintensiv und teuer.
00:00:19: Kommen in vielen Organisationen aber nicht zur Sprache.
00:00:22: Unternehmen, die hier Sensibilisieren und Rückhalt geben zeigen echte Fürsorge jenseits klassischer Familienpolitik.
00:00:33: Ungewollte Kinderlosigkeit ist ein Tabu, das wir endlich brechen müssen.
00:00:37: Von Laura Erler.
00:00:39: Ein Hinweis vorweg!
00:00:41: Für diesen Artikel haben wir einen Aufruf in unserem Netzwerk gestartet und Erfahrungsberichte von über dreißig Betroffenen gesammelt.
00:00:48: Außerdem haben zwei KollegInnen von Neue Narrative ihre Erfahrungen geteilt.
00:00:53: Unsere Redaktion hat alle Namen geändert, da viele der Betroffenin nicht offen über das Thema am Arbeitsplatz sprechen können oder möchten.
00:01:02: Als Sandra nach jahrelangem probieren mit Hilfe reproduktiver Medizin endlich schwanger wird, hat sie nach kurzer Zeit eine Fehlgeburt.
00:01:10: Das ist ein herber Rückschlag für die Mitte dreißigjährige, die sich unbedingt ein Kind wünscht.
00:01:15: Doch sie versucht es weiter!
00:01:17: Die zweite Fehlgeburt kommt erst in der elften Schwangerschaftswache – einem Zeitpunkt, zu dem Sandra schon so sicher ist, dass diesmal alles gut gehen würde.
00:01:26: Doch die Ärztin sieht keinen Herzschlag mehr….
00:01:29: Daraufhin bricht Sandra zusammen und vertraut sich ihrem Team-Lied an, weil sie ihren Arbeitstag nicht mehr bewältigen kann.
00:01:35: Sie sagt, ich hätte eigentlich ein Vorstellungsgespräch führen sollen – aber ich konnte nicht mehr!
00:01:41: Mein Lied hat mich unterstützt und mir geraten, mich krankschreiben zu lassen, obwohl es damals noch keine Krankschreibung für eine Fehlgeburt gab.
00:01:50: Weltweit ist eine von sechs Personen in ihrem Leben von Unfruchtbarkeit betroffen.
00:01:56: Etwa jede dritte Frau hat in ihrem leben mindestens eine Fehlgeburt.
00:02:00: Während Teams inzwischen mehr über Tabuthemen wie psychische Erkrankungen oder Demonstration sprechen, haben nur wenige ungewollte Kinderlosigkeit auf dem Schirm.
00:02:09: Führungskräfte und KollegInnen wissen häufig gar nicht das mitarbeitende Versuchen schwanger zu werden – und erst recht nicht, wie deren Alltag aus Hormonbehandlungen, emotionalen Achterbahnfahrten, kurzfristigen Arztterminen und häufig eben auch Fehlgeburden aussieht!
00:02:27: Eine unerkannte Belastung Ein unerfüllter Kinderwunsch ist eine emotionale körperliche und auch oft finanzielle Herausforderung, und hat enormen Einfluss auf den Arbeitsalltag.
00:02:40: Die Betroffenen fühlen Scham-, Angst- und in jedem Zyklus ohne erfolgreiche Schwangerschaft die Enttäuschung und das Gefühl Versag zu haben!
00:02:49: Mira ist gerade frisch verheiratet als sie mit knapp achtunddreizig erfährt dass ihre Eizellvorräte schon fast erschöpft sind und sie in den Wechseljahren isst.
00:02:59: Schnell beginnt sie eine Kinderwunschbehandlung, die inzwischen jedoch seit fast drei Jahren erfolglos bleibt.
00:03:05: Jeder ihrer Behandlungszyklen beginnt mit einer Untersuchung der Gebärmutter und der Messung des Hormonspiegels.
00:03:12: Nur wenn die Werte es zulassen, kann die Gabe von synthetischen Hormonen beginnen um die Eizellreifung zu stimulieren.
00:03:20: Für Mira bedeutet das Folgendes Immer wieder warten bis die Periode kommt Dann im Kinderwunschzentrum anrufen Und einen Termin in den nächsten Stunden ausmachen Sich an dem Tag zumindest den Vormittag terminlich freischaufeln.
00:03:35: Blutabnahme und Ultraschall.
00:03:38: Man fährt zurück, geht an den Arbeitsplatz und muss warten bis man mit unterdrückter Nummer zwischen zwölf-und vierzehn Uhr angerufen wird um die Testergebnisse zu erfahren.
00:03:48: Studien zeigen dass etwa die Hälfte der Menschen –die lange Zeit unter Unfruchtbarkeit leiden– Symptome einer Depression aufweist.
00:03:56: In einer Studie der britischen Organisation Fertility Matters at Work gaben drei Viertel der Befragten an, dass Fruchtbarkeitsprobleme ihre Produktivität stark beeinträchtigten.
00:04:07: Eine von drei Personen überlegt zu kündigen und viele reduzieren ihre Arbeitszeit weil sie es nicht schaffen die Strapazen mit ihrem Berufsleben zu vereinbaren.
00:04:19: Ein Alltag wie ein Zweitjob!
00:04:23: Wegen der kurzfristigen Termine die von Zyklus-und Eisprung abhängen müssen Frauen in Kinderwunschbehandlung den Arbeitsplatz oft spontan verlassen und Termine absagen.
00:04:32: Die invasiven und teilweise traumatischen Eingriffe schlauchen körperlich und psychisch enorm.
00:04:38: Um etwa Eizellen für eine künstliche Befruchtung entnehmen zu können, bekommen viele Frauen einen hochdosierten Hormoncocktail, der sie tagelang aus der Bahn werfen kann.
00:04:47: Nebenbei im Alltag zu funktionieren ist schwierig – vor allem wenn außer dem Partner oder der Partnerin womöglich niemand im Umfeld von der Behandlung weiß!
00:04:57: Mira berichtet «In meinem Fall waren die Testergebnisse leider immer so dass kein Zyklus zur Eizellentnahme eingeleitet werden konnte.
00:05:05: Also nach der Anspannung immer große Enttäuschungen.
00:05:09: Oft bin ich nach dem Anruf kurz aus den Büro gegangen, habe geweint und meinen Mann angerufen – und dann weitergearbeitet als wäre nichts!
00:05:17: Selbst wenn nur der Mann unfruchtbar ist muss die Frau durch die Prozedur der künstlichen Befruchtung.
00:05:23: Dieser Druck und die Eingriffe belasten Frauen deutlich stärker auch weil ihre Periode immer das Scheitern besiegelt.
00:05:29: Das bedeutet jedoch nicht, dass Männer nicht damit zu kämpfen haben.
00:05:33: Auch sie stehen unter Druck und fühlen sich oft hilflos", sagt Günekob Psychologin Misa Yamanaka.
00:05:40: Aufgrund patriarchaler Männlichkeitsbilder und Charme sprechen Sie aber noch weniger darüber.
00:05:46: Stefan arbeitet als Führungskraft bei einem großen Hersteller für Haushaltsgeräte und hat als einer der wenigen Männer seine Kinderwunsch Odyssee seinem Team anvertraut.
00:05:56: Er musste mit seiner Partnerin mehrfach für eine Eizellspende nach Österreich reisen Denn die ist in Deutschland verboten.
00:06:02: Mit seiner Offenheit, vor allem als Vorgesetzter, inspirierte er gleich drei Kollegen mit ähnlichen Problemen bei ihm Hilfe zu suchen.
00:06:10: Ohne meine Geschichte wären sie nie zu ihrem Chef damit gegangen", erzählt er.
00:06:15: Betroffene fühlen sich allein unter so vielen stolzen Eltern.
00:06:19: Dass das Thema im Job so tabu ist, erzeugt zusätzlich Minderheiten Stress und ein Gefühl der Isolation, sagt Yamanaka.
00:06:26: Die Geheimhaltung kostet viel Energie Und die ständige Konfrontation mit Schwangerschaften, Geburten oder Kinderfotos auf dem Schreibtisch belastet emotional – genau wie die Erwartung frische Eltern freudig zu beglückwünschen.
00:06:39: Im schlimmsten Fall kommen dazu übergriffige Fragen- oder Sprüche.
00:06:43: Als Emma mit Ende dreißig noch immer kinderlos ist, attestieren KollegInnen ihr — sie sei ja eh nicht so der mütterliche Typ!
00:06:51: Oder ihr wäre die Karriere wichtiger gewesen als eine Familie zu gründen?
00:06:56: Natürlich Die KollegInnen wissen nichts von Emmers Problemen schwanger zu werden und ihrem Leidensdruck.
00:07:03: Aber ganz gleich, ob jemand gewollt oder ungewollt kinderlos ist.
00:07:07: Solche Bewertungen sind übergriffig und haben ganz besonders am Arbeitsplatz nichts zu suchen.
00:07:13: Zudem erwarten Eltern oft dass ihre kinderlosen KollegInnnen automatisch während der Schulferien arbeiten oder Spätschichten übernehmen.
00:07:21: Das ist auch für Gewollt Kinderlose unfair.
00:07:23: Aber Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch erinnert es noch dazu immer an ihren Schmerz.
00:07:29: KollegInnen, die nichts davon wissen treten natürlich schneller in solche Fettnäpfchen.
00:07:33: umso wichtiger das Tabu abzubauen und zu sensibilisieren.
00:07:57: Woher kommt das Tabuh?
00:08:00: Auch privat spricht kaum jemand über Unfruchtbarkeit oder Fehlgeburten.
00:08:05: Die meisten Betroffenen denken sie wären allein mit dem Thema bis Sie zufällig merken wie viele im Bekanntenkreis dasselbe durchmachen.
00:08:13: Ein ungeschriebenes Gesetz besagt, dass Schwangerschaften bis zum dritten Monat geheim bleiben müssen.
00:08:19: Sonst müssten die nicht mehr werdenden Eltern im Fall einer Fehlgeburt darüber sprechen und die sind bis zur zwölften Woche sehr häufig.
00:08:28: Natürlich sollten Betroffene die Möglichkeit bekommen auf ihre Weise zu trauern – auch allein wenn sie das möchten!
00:08:34: Doch impliziert die drei Monatsregel es müsse regelrecht verhindert werden eine Fehlgeburt öffentlich zu machen und produziert damit zusätzliche Charme Obwohl es für die meisten von uns selbstverständlich ist, den KollegInnen zu erzählen das beispielsweise ein Elternteil gestorben ist und wir in diesem Fall sogar gesetzlichen Anspruch auf Sonderurlaub haben.
00:08:56: Bei der Arbeit erwähnen gerade Frauen ihren Kinderwunsch häufig nicht aus berechtigter Angst vor negativen Folgen für ihre Karriere Diskriminierung oder Unverständnis.
00:09:05: Das gilt v.a.
00:09:06: in Firmen in denen die Überzeugung herrscht Schwangere und Mütter seien weniger leistungsfähig.
00:09:13: Insgesamt fehle es Vorgesetzten auch an Problembewusstsein, sagt Kinderwunsch-Coachin Christine Schröhrs.
00:09:20: Den meisten Organisationen ist gar nicht bewusst wie viele Menschen von dem Thema betroffen sind und dass hier ein strukturelles Problem entsteht.
00:09:28: Da Fruchtbarkeitsprobleme so selten Thema sind bekommen sie nicht mit das deshalb jemand eine Beförderung ausschlägt oder das Projekt nicht annimmt.
00:09:37: die sehen immer nur individuell dass diese Person gerade nicht leistet zu Schrös.
00:09:43: Manche Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch finden das Thema auch zu privat und wollen nicht die ganze Zeit bemitleidet oder ausgefragt werden.
00:09:51: Man macht sich wahnsinnig vulnerabel, wenn man im Arbeitskontext über die eigene Kinderwunschbehandlung spricht – weil natürlich über die Jahre- oder Monate auch die KollegInnen oder in meinem Fall Kundinnen mitbekommen, dass es nicht klappt", sagt die solo selbstständige Helen.
00:10:06: Sobald man es erzählt bekommt man Nachfragen, gut gemeinte Ratschläge oder verletzende Sprüche wie «Vielleicht soll es nicht sein».
00:10:15: Was sich Betroffene wünschen.
00:10:18: Ein Frauenbild, in dem Mütter genauso verantwortungsvolle Jobs machen können wie Männer und Kinderlose ist der erste Schritt das Tabut zu brechen.
00:10:27: Weiter braucht es ein Vertrauensverhältnis im Team und eine verständnisvolle Führungskraft.
00:10:32: Sandras Chef hat auf ihren Zusammenbruch einfühlsam reagiert und ihr einen Streaming-Abo geschickt.
00:10:38: Ich habe es dann allen im Team erzählt weil die Reaktion von meinem Teamlied so positiv war.
00:10:43: Ich brauche gerade eine Sonderbehandlung und dass alle extra lieb zu mir sind, erzählt Sandra.
00:10:49: Andere wollen es lieber für sich behalten oder fühlen sich überfordert wenn sie jeden Tag die Daumen gedrückt bekommen.
00:10:56: Ein großer gemeinsamer Wunsch ist mehr Sensibilität bei dem Thema Und weniger Kommentare zum Familienstatus wie Warum habt ihr eigentlich keine Kinder?
00:11:05: Übrigens freuen sich auch hier gewollt kinderlose Wenn solche Bewertungen langsam aus unserem Smalltalk-Repertoire verschwinden.
00:11:12: Betroffene wünschen sich Verständnis für Fehlzeiten, kurzfristige Termine oder Absagen sowie zeitliche Flexibilität.
00:11:19: Und die Möglichkeit zum Homeoffice – da Präsenzarbeit in dieser Phase zermürbend sein kann!
00:11:25: Nur durch die Remotearbeit konnte ich den Kinderwunsch im Arbeitsalltag zeitweise ausblenden.
00:11:30: Wenn man mich sah, erkannte man sofort dass es mir nicht gut ging", sagt Sandra.
00:11:35: Besondere Freistellungen stehen ebenfalls oben auf der Wunschliste.
00:11:39: Das Arbeitsrecht sieht nur Freiställungen für Schwangerschaft Mutterschutz sowie vorgeburtliche Vorsorge vor.
00:11:44: Aber Teams können eigene Regeln schaffen, Sonderurlaub für belastende Phasen, Klinikbesuche oder nach Fehlgeburten Als Team reagieren.
00:11:57: Am wirksamsten ist es wenn Führungskräfte zumindest ein grundlegendes Verständnis für das Thema entwickeln sagt Schrörs.
00:12:04: Wenn Mitarbeiter merken dass die Führungskraft die Belastung von Kinderwunschbehandlungen einordnen kann nimmt das oft schon Druck aus der Situation.
00:12:12: Es muss aber auch nicht immer die Fährungskraft sein.
00:12:15: Ansprechpersonen innerhalb des Unternehmens oder interne Netzwerke wie Employee-Resource Groups mit Raum für Austausch und Solidarität helfen auch.
00:12:24: Wenn es dann noch Anknüpfungspunkte zu psychologischer Betreuung oder Beratung zum Beispiel durch seriöse Coaches gibt, nimmt das Mitarbeitenden mentale Belastungen.
00:12:33: Am besten sind solche Hinweise und Regeln in einem Kinderwunsch Leitfaden aufgehoben Der Kinderwunsch Leit faden.
00:12:43: In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es noch sehr wenige Unternehmen mit einem solchen Leitfaden.
00:12:49: In Ländern wie Japan, Polen, Frankreich und Großbritannien haben laut Umfragen bereits thirty-five bis forty-five Prozent der Unternehmen sogenannte Fertility policies – also klare Richtlinien für den Umgang mit Fruchtbarkeitsproblemen sowie verfügbare Hilfsangebote.
00:13:06: Das heißt nicht, dass alle ihre persönliche Situation offenlegen müssen!
00:13:10: Es sollte auch möglich sein, anonym Angebote zu finden ohne sich an die Personalabteilung wenden zu müssen.
00:13:17: Folgende Fragen könnt ihr in einer Fertility-Policy beantworten.
00:13:21: Erstens Wie viel Sonderurlaub könnt Ihr für Fruchtbarkeitsprobleme oder Behandlungen gewähren?
00:13:27: Zweitens Ist dieser Urlaub bezahlt oder unbezahlt?
00:13:32: Drittens Welche Probleme und Behandlung sind darin enthalten?
00:13:37: Viertens gilt der Sonderuhrlaub für die Person, oder auch für den Partner oder die Partnerin.
00:13:45: Fünftens Wie bearbeitet ihr Anträge auf Sonderurlaub?
00:13:50: Sechstens Könnt Ihr flexible Arbeitszeiten anbieten und beispielsweise ausdrücklich kommunizieren, dass es Mitarbeitenden gestattet ist während der Arbeitszeit-Arzttermine wahrzunehmen?
00:14:01: Siebtens Wollt Ihr psychologische Beratung bei mentalen Belastungen vermitteln oder sogar bezuschussen?
00:14:09: Achtens Möchtet Ihr Kinderwunschbehandlungen oder Social Freezing unterstützen?
00:14:14: Wenn ja, wie hoch und wie oft.
00:14:17: Neuntens Wer sind Ansprechpersonen in der Organisation?
00:14:23: Finanzielle Förderung als Benefit.
00:14:27: Ein Teil des Leitfadens kann auch finanzielle Unterstützung bei Fruchtbarkeitsbehandlungen sein.
00:14:32: Immerhin kostet eine künstliche Befruchtung für jeden Zyklus viertausend bis siebentausend Euro – und ist damit für Menschen mit geringem Gehalt kaum bezahlbar!
00:14:42: US-Unternehmen wie Google und Amazon bieten zum Beispiel Social Freezing das Einfrieren von Eizellen als Benefit für Mitarbeitende an.
00:14:52: Das ist allerdings umstritten, zwar schafft das mehr Selbstbestimmung etwa für alleinstehende Frauen mit Kinderwunsch.
00:14:58: Allerdings erweckt es in diesen Hochleistungsumgebungen eher den Anschein man wolle die Familienplanung leistungsstarker Frauen hinauszögern.
00:15:06: und müssten diese Unternehmen dann nicht auch andere Selbstzahlerleistungen wie Schwangerschaftsabbrüche oder Wasektomin zahlen?
00:15:13: In Deutschland ist der Trend jedenfalls noch nicht angekommen!
00:15:17: Nur wenige Firmen wie das Pharmaunternehmen Merck oder die Unternehmensberatung Kearnay unterstützen Mitarbeitende dabei, schwanger zu werden.
00:15:26: Ein guter Mittelweg ist vielleicht die betriebliche Krankenversicherung der Firma Onuawa.
00:15:31: Üblicherweise decken solche Arbeitgeber finanzierten Krankenzusatzversicherungen selbst zahler Leistungen als Zahnersatz- und Heilpraktikerbehandlungen ab.
00:15:40: OnuaWA hat das Spektrum um Kinderwunschbehandlung und Social Freezing erweitert.
00:15:45: Viele Konzerne könnten sich Zuschüsse für reproduktionsmedizinische Eingriffe leisten.
00:15:50: Die sind zwar teuer, betreffen jedoch auch nur einen überschaubaren Teil der Belegschaft.
00:15:55: Dorian – der in einem kleinen Start-up arbeitet und schon mehrere Tausend Euro für seinen Kinderwunsch ausgegeben hat – sagt «Selbst kleinere Zuschüsse etwa in Höhe von hundert Euro würden mir bereits zeigen.
00:16:08: Wir sehen deine Lebensrealität, wir nehmen deine Herausforderungen ernst und stärken dir den Rücken».
00:16:15: Wichtig ist dabei der Aspekt der Gleichberechtigung.
00:16:18: Förderungen sollten alle Geschlechter- und Familienmodelle einschließen, unverheiratete Paare ebenso wie Alleinerziehende oder LGBTQ Plus Personen.
00:16:29: Sichtbarkeit erhöhen.
00:16:30: Man muss sich wundern dass das Thema unerfüllter Kinderwunsch in Deutschland politisch kaum aufgegriffen wird – obwohl es auch verknüpft ist mit der Generationenfrage, der Überalterung der Gesellschaft, Renten etc.. Deutschland hat mit aktuell one comma drei fünf Kindern je Frau eine der niedrigsten Geburtenraten der Welt und die Unfruchtbarkeit steigt.
00:16:54: Bislang hat die Politik darauf jedoch kaum reagiert.
00:16:57: Nicht alle Versäumnisse können- und sollen Arbeitgeberinnen auffangen, aber sie können dabei helfen das Tabu rund um ungewollte Kinderlosigkeit abzubauen und eine zukunftsorientierte inklusive Arbeitsplatzkultur schaffen.
00:17:10: indem Sie eine klare Botschaft der Unterstützung senden tragen sie dazu bei, dass reproduktive Gesundheit ein natürlicher Bestandteil des Arbeitslebens wird.
00:17:30: Takeaways Erstens Ungewollte Kinderlosigkeit ist weit verbreitet, emotional und finanziell belastend und wirkt sich negativ auf den Arbeitsalltag aus.
00:17:41: Doch das Thema ist in vielen Unternehmen und der Gesellschaft noch tabuisiert.
00:17:45: Zweitens Mehr Sichtbarkeit Verständnis- und Flexibilität in dieser belastenden Lebensphase sind entscheidend um Betroffene zu unterstützen.
00:17:53: Drittens Unternehmen können mit Kinderwunsch Leitfäden, flexiblen Arbeitszeiten, Homeoffice, psychologischer und finanzieller Unterstützung aktiv helfen – und stärken damit Loyalität und Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden.
00:18:07: Vielen Dank an unsere Inputgeberinnen!
00:18:11: Dr.
00:18:11: Misa Yamanaka ist Psychotherapeutin.
00:18:14: Eines ihrer Spezialgebiete ist die Gynikopsychologie, also Beratung- und Psychotherapie bei Belastungen im gynikologischen Bereich wie Schwangerschaftsprobleme, postnatale Depressionen Fehlgeburten und ungewollte Kinderlosigkeit.
00:18:29: Christine Schröhrs arbeitet an der Schnittstelle von Kinderwunsch-und Arbeitswelt.
00:18:33: Mit ihrem Hintergrund in Unternehmensberatung & People Development unterstützt sie Unternehmen dabei, die wirtschaftlichen Auswirkungen von reproduktiven Belastungsphasen besser zu verstehen.
00:18:44: Zusätzlich begleitet sie als zertifizierte systemische Coaching Menschen mit Kinderwünsch Und kooperiert dabei mit ausgewählten Kinderwunschtliniken.
00:19:15: Ich bin's nochmal Laura.
00:19:17: Ich hoffe, dir hat mir ein Artikel gefallen.
00:19:20: Wenn du ihn nützlich oder inspirierend oder sogar beides fandest dann unterstützt uns doch mit einem Abo auf neuenerative.de.
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